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Rallyetagebuch - Tag 7: Etappe 6 Briech - Marrakesch

Knistern. Schleifen. Kratzen. Irgendwo hinter dem Gebüsch auf dem Campingplatz in Marrakesch. Ein Schatten im Feuerschein. Und wieder ein knarzendes, schabendes Geräusch. Ganz so, als würde jemand Äste hinter sich herziehen. Und dem ist auch so. Hier wird Holz gesammelt, was das Zeug hält, um das Lagerfeuer bei Laune zu halten. Wir sind sowieso guter Dinge und beim Knistern der Flammen werden bei dem einen oder anderen Kaltgetränk die Geschichten des Tages ausgetauscht.

 

Entspannt starteten wir in Briech. Orgs und Schraubär inspizierten noch ein Mega-Wüstengefährt, dass dort geparkt war. Keines von uns. Aber fast genauso beeindruckend. Für den Einstieg dürfte eine Leiter gebraucht werden. Wir wollten den Brummer erst als Org-Zentrale oder Schreibär-Presse- und SD-Karten-Stelle. Doch dann verließen wir uns doch lieber weiter auf unsere treuen Autos. An die haben wir uns gewöhnt, kennen Macken, zu beoabachtende kleine Wehwehchen und Ölverbräuche. Beim Dicken und dem Belgier ist der Gesamtverbrauch mit 8 Litern zu beziffern. 1 Liter Kraftstoff, 7 Liter Öl. Aber das wird schon alles noch. Die Kiste rußt und rumpelt. Und wird genauso weitertuckern. (Wie berichtet: Am Ziel in besserem Zustand als bei Start. So ist der Plan.) DIe Jungs sind übrigens um 10 gestartet. Waren damit nicht die letzten, die sich auf die Reise machten. Aber gehörten zu den Spätankommern in Marrakesch. Antwort: "Dafür keinen einzigen Dirham an Maut verbraucht." Es wäre nämlich auch im Eiltempo über die Autobahn gegangen. So hat es zum Beispiel das Königsteam gemacht. Und war schon am Nachmittag in Marrakesch. Nein: Zuvor genanntes Team gönnte sich eine ausgiebige Rundfahrt (oder passend zum Auto: Dampferfahrt). Da wurde über 6spurige Straßen gestaunt, auf denen nur eine oder zwei Spuren markiert waren. So ging es locker durch Kreisverkehre, durch wuselige Orte wie Rabatt und nicht minder hektische Dörfer. DIe Erzgebirgsracer erkundeten Casablanca.Die Orgs starteten unterdessen wie üblich ganz zum Schluss. Der Weg führte in Asilah noch ein eine Werkstatt, da unter anderem Probleme mit einem Anlasser zu lösen waren.Die Team 436 und 450 begegnten derweil einem Mann, der sich als Konsul ausgab. Glauben wir mal so. Beweisfoto wurde geschossen, Identität noch nicht bestätigt. Genauso wurden wieder verrückte LKW und noch verrücktere Ladungen dieser Laster gesichtet. Bei Tag mit weniger Lichtspiel. Dafür beeindruckt die Beladungshöhe. Das Schauspiel übertrifft sogar noch die viel zu üppig gepackten Dachgepäckträger bei uns. Die sind aber auch wirklich was besonderes. Unsere Autos. Liebgewonnen. Eingefahren. Nach Monaten der Vorbereitung in Garagen wieder ordentlich freigepustet. Und mit viel Liebe zum Detail bunt beklebt. Oder handbemalt. Jeden Tag kommt was an Optiktuning hinzu. "Die Kameltreiber" sind stolz auf neue Schriftzeichen auf der Motorhaube. Angeblich deren Namen. Bestenfalls einen Nettigkeit in fremder Sprache.

 

Am Abend übten wir uns in Verschleierungstechniken. Und bekamen Tipps vom Profi beim Lehrgang "Turbanwickeln mit Abdul". Da wurde ein Zipfel der frisch erstandenen Meterware über den Kopf gezogen. Dann was längs gewickelt. Drumherum. Dabei wurde auch nach dem Preis gefragt. Ist doch sowieso zu spät. Touripreis ist längst gelöhnt und die Ausgabe hat sich gelohnt. Sind bei aller Feilscherei auch pfiffig die Verkäufer. Hier mal ein Umhang anprobiert. Da ein Foto. Und schon ist der Handel doch schon über den Tisch, wenn wenn erst einmal drinsteckt. (Morgen bestimmt mehr davon beim Besuch des lebhaften und bunten Marktreibens in Marrakesch. War sozuagen erstmal Generalprobe.) Der Anblick der vermummten Rallyefahrer ist einzigartig. Irgendwo zwischen Ninja und dem kleinen Muck. Das meterlange Textil lässt vom Profi gebunden nur einen Sehschlitz frei. Gut, wenn es auch gleich über den Mund gebunden wird, wird es auch gleich viel ruhiger. Aber bei unserem ewigen Rosenmontag fällt das gar nicht auf. Wir haben uns viel zu erzählen. Und lassen Euch auch gerne daran teilhaben! 

 

Und dabei wird auch durchgezählt. Wer ist da? Wer hat sich bei den Orgs von eigenen Zielen und Strecken gemeldet? Aktueller Stand: Alle, die hier am dem Campingplatz stehen, rollten. Und stehen jetzt gewollt. Anders - und bislang ohne Bildmaterial versehen - sieht es bei den Individualpiloten aus. Bei beiden Explorern vom Mainhattan Racing Team läuft zur Zeit die Kommunikation mit dem Automobilclub. Die stehen in den Bergen mit Getriebeproblemen. Bei "Arakis"-Fahrer,der im Übrigen vor zwei Jahren schon am Start war, aber es nicht aus Deutschland herausschaffte mit seinem Opel, ist der diesjährige Golf in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei den Wasserfällen von Ouzud gab es einen Überschlag. Als wir die Info telefonisch erhielten, wurde im Hintergrund aber schon wieder gelacht. Da ist grundsätzlich nämlich alles okay. Nach dem Abparken im Straßengraben blieben nur Beulen und ein lädiertes Rad als Spuren sichtbar. Unter Mithilfe der Blaubären und der Dune Turtles wurde das Fahrzeug längst geborgen und das Rad ist auch bereits gewechselt. Beim Blaubär-Nobbi gibt es Probleme mit der Lichtmaschine. Das soll dann morgen ganz in Ruhe auf dem Campingplatz angeschaut werden.  Und noch eine Neuigkeit - eine tolle. Wir nehmen eine Überraschung vorweg: Team 426 erlebt auf gewisse Weise, also teilweise, ein Comeback!!! Klasse Sache. Steffen von den Dust Fighters wird morgen in Marokko einfliegen. Und die Rallye dann auf dem Beifahrersitz von "Bislang-Ein-Mann-Starter" Ralphs Werkstatt fortsetzen. Wir freuen uns sehr, ihn dann wieder in unserer Mitte zu haben. Das Abenteuer geht gemeinsam weiter.

 

Morgen früh werden wir hier sicher wieder den einen oder anderen Pfau zwischen coolen Rallyekisten und französischen Wohmobilen sehen. Und hoffentlich noch etwas: Die beindruckende Kulisse des Atlas-Gebirges, das es bald für alle zu bezwingen gilt.Davor steht aber noch ein Ruhetag hier in Marrakesch an.Und wir werden sehen, wie ruhig dieser Tag, der als Auszeit für Mensch und Maschine gedacht war, wirklich wird.

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Video-Tagebuch



Kommentare: 13

Kommentar von Schwester Claudia // 15.02.2013

Liebe Mainhatttan-Racer!
Berlin drückt Euch die Daumen, dass Ihr die Kiste wieder flott bekommt. Von kleinen Rückschlägen läßt sich Frankfurts Rallye-Elite doch nicht aufhalten!!!

Kommentar von Eddy Kühn // 15.02.2013

Liebes Königsteam, weiterhin eine gute Rallye wünschen die Zurückgebliebenen aus der Heimat

Kommentar von Christin Öhlschläger // 15.02.2013

KONNIlein, wir wünschen Dir alles Liebe und Gute zum Geburtstag!Habt noch ein paar abenteuerliche Tage mit viel Sonnenschein und jeder Menge Spaß =)
Sei ganz lieb gedrückt von Stini und Tobi =)

Kommentar von Mona + Pit // 15.02.2013

Liebe Grüße an JETZTODERNIE. Verfolge täglich euere Abenteuer. Viel Spaß und gute Laune weiterhin! Hab erst ein Foto von euch entdeckt!? LG MOPI

Kommentar von Ginne // 15.02.2013

Liebe Pia - "MORGEN" alles gute zum Burzeltag ! Weiterhin viel Spass und Grüsse an Co-Piloten ;-) und natürlich auch ans Entringer Team ! Griassle Ginne

Kommentar von Stöckli Peter // 15.02.2013

Liebe Grüsse an das Blaubären Team Nobbi+Sabine wir aus der Schweiz wünschen heile Fahrt durch die Wüste, Peter+Ruth

Kommentar von Maari // 15.02.2013

Schön, mal was von den Kameltreibern zu sehen. Haltet durch und echt chic, Nicole!
LG

Kommentar von Uwe Weisflug // 15.02.2013

Liebes "Prinzesschen", weiterhin viel Fun, ich schinde mich hier zur Kur in der Mukkiebude.
Gruß Uwe

Kommentar von thomas booz // 15.02.2013

Hallo MoPi,

danke fuer die Grüße. Alles gut, sitzen gerade in Marrakech und warten auf unser Essen. Wie gesagt, wenig Bilder bedeutet keine Probleme. Sollte auch so bleiben.
Inshallah.

To + Ed

Kommentar von Barbara u.Georg Albrecht // 15.02.2013

Hallo Wüstensterne,lieber Konrad herzl.Glückwunsch zum Geburtstag,Alles Liebe eine gute Weiterfahrt Deine Eltern.

Kommentar von Pia Schmittnägel // 15.02.2013

Hallo Pia und Holger,
herzlichen Glückwunsch Pia zum Geburtstag. Kommt gut übers Gebirge und schluckt nicht zu viel Sand in der Wüste.
Herzlichst Papa
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Kommentar von Team Men-on-a-Mission // 16.02.2013

Hallo vom Men-on-a-Mission Team
Schade morgen ist Marrakesch schon vorbei. Unser Riad war wie 1001 Nacht.
Trotzdem werden wir morgen früh zusammen mit dem Team Wolfsburg nach Agadir aufbrechen. Dort wird unser Nachtlager sein. Auch wir wünschen allen weiteren Teams eine gute Weiterfahrt bis zu unserem nächsten gemeinsamen Treffpunkt in
Gruß Peter und Uwe

Kommentar von Ritchie // 17.02.2013

Hallo Team Ölbrenner 457, Lieber Döre, beste Grüße von den zurückgebliebenen!! Rock On Ritchie

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