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Rallyetagebuch - Tag 11: Etappe 9 Laayoune - Dakhla

Zur Etappe nach Laayoune haben wir Euch jetzt auch Bilder geliefert. Dazu weitere Infos in einem Extrablatt. Wir bittem um Beachtung. Und weil hier alle so frühlich durchs Land wuseln und sich spätestens morgen am Ruhetag in Dakhla am Pflichttreffpunkt einfinden, wird auch weiter munter zusammengetragen. 
Los geht es mit den Dune Turtles. Beide Wagen sind heute abend erst in unserem heutigen Start Laayoune eingerollt bzw. im wohlbekannten Camping vor der Stadt. Die sind uns also auf den Fersen, aber damit über 500 Kilometer hinter uns, die wir bereits absolviert haben.  Alles planmäßig und so gewollt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Kürze.

Außerplanmäßig die im Update beschriebenen Probleme bei Team Kreische.  Wasserpumpensorgen führten heute früh erst einmal in die Werkstatt, während das Feld sich schon auf die Socken bzw. Schlappen machte.  Dabei gab es eine Begegnung der besonderen Art: EIn Marokkaner schritt heran an die zwangsgestoppten Marock'n'Roller. Las was von Dresden auf den Challenge-Aufklebern. Und meinte: "Kenn ich! Ich hab mal in Laubegast gewohnt." Da sind wir tausende Kilometer gerollt. Und die Welt bleibt doch so klein.  Vor der Windschutzscheibe tun sicher allerdings jeden Tag neue Weiten auf. In denen oft kein Baum oder Haus den Blick zum Horizont versperrt. Kein Zivilisationslärm die Pausenstille stört. Und damit Team Kreische nur noch gewollte Pausen machen kann, auch Weiten genießen darf, wurde in Laayoune also die Stille des andächtigen Morgens von Werkstattlärm durchbrochen. Immer unter den wachsamen Augen des Organsisationsteams. das zur Seite stand. Mit Schraubär Olaf, der Werkstattexperten  und dem Team waren mehrere Fachleute vor Ort.  Da kann einem keiner was vormachen. Das Ersatzteil war schnell beschafft. 50 Euro sollte die ganze Angelegenheit kosten. 20 wurden geboten. Und dann ging es ans Werk. Eigentlich wollte das Team selbst schrauben. Der Werkstattchef wollt aber seine Leute beschäftigen. Also beäugte man die ganze Sache gemeinsam. Und weil einer dem anderen nicht traut, zog einer die Schraube vom anderen nochmal fest. Zum Schluß der Wasserpumpenaktion wurden noch 10 Euro draufgelegt und eine Werkzeugspende, die flugs verstaut wurde. Wollen wir hoffen, dass künftige Staffeln, es nicht brauchen werden. Aber es wäre dann schon einmal da.


Und wenn wir schon im Text einen Schlenker machen, biegen wir vor der Streckenbetrachtung noch einmal ab. Denn von den blauen Felsen gibt es weitere Fotos nachzureichen.  Die sind schon insofern spannend, weil im Vorfeld für die Berichterstattung verrückte Bilder gewünscht waren. Also hatte man sich vor Start in einen "1-Euro-Laden" in Pirna begeben und allerhand Ausstattung besorgt. Jeder kam mit einer Überraschungstüte heraus. Durfte das Ergebnis aber nicht zeigen. Erst hier vor Ort wurde alles buchstäblich enthüllt für ein tolles Gruppenfoto. Bei soviel Begeisterung war man dann heute im Folgenden aber ungestüm im Sand. Wir haben eine weitere Einsandung zu vermerken. Diesmal beim Blaubärtrio. Noch ist rettender Asphalt nah. Alles sicherlich nur zur Übung. Also selbst jetzt wird noch wild hin- und hergewuselt. Am liebsten abseits des Asphalts. Bietet sich ja auch an. Und es kribbelt  beim Anblick der zunehmenden Dünen. Auch Geocaching-Pirsch, beliebter Rallyezeitvertreib führt schon aus der Natur der Sache heraus auf spannende Ab- und Umwege.


Für den direkten Weg entschieden sich hingegen wie berichtet The Escalators und Der Dicke und der Belgier. Und haben dabei nicht einmal eine der zahlreichen Laserfallen von Nahem kennengelernt. Billig unterwegs sind sie überhaupt. 15 Euro Maut seit Dresden. Das hat mancher auf ein paar französischen Straßen schon geschafft. Oder der Polarexpress: 18 Euro fürs Parken in Europa. Aber das liegt ja alles hinter uns.  Fazit beim Dicken und dem Belgier also kaum Kosten. Außer für 300 Liter Öl. (Eine Null mehr oder weniger kann da bei dem Dampfer schon durchrutschen, oder liebes Team?)Eilig war man unterwegs und hatte tatsächlich Dakhla schon in der Nacht erreicht. Der Tag wurde mit viel Bewegung verbracht. Einmal um den Tisch herum. Um den Schatten den Sonnensegels zu erhaschen. Am Abend, als der Rallyetroß nach und nach auf dem Campingplatz in Dakhla eintraf, da stand sogar noch das Frühstück auf dem Tisch. Also viel zu tun gewesen in der Zwischenzeit. Die Escalators packten allerdings noch etwas auf den Tisch. Eine Quittung.  Konsequenz einer Laserung. 300 Dirham für 8 km/h drüber. Wären etwa 30 Euro.  So groß wie die Quittung war (A4, handschriftlich), so groß muss auch der Abstand gewesen sein zwischen Team und Polizei. Das Land ist ja durchaus abeseits von Dünen und Bergen flach und weit. Da haben die sicherlich schon Kilometer vorher mit dem Ausfüllen angefangen und sich die Escalator ausgeguckt. Auch Erfordia soll es erwischt haben. Recherche zwecklos. Da ist schon Nachtruhe. Der Arrakis-Golf war auch mehrmals auf dem Kieker. Am Stopschild in Tan Tan (der Ort, in dem die Steinkamele stehen und eben auch ein Stoppschild in einem Kreisverkehr mit anschließendem Police-Stop, das eigentlich auch im Roadbook und mehrmals mündlich erwähnt wurde). Da wurden 70 Dirham fällig. Verhandeln erfolglos. Und gelasert wurde auch. In der letzten größeren Stadt vor Boujdour. Wieder 300 Dirham. Alle anderen haben ihr Geld vorzugsweise beim billigen Tanken dort gelassen. Besser so. Denn die Orte werden weniger. Und mit Dakhla haben wir ja nun auch den letzten bedeutenden Halt vor Grenzübertritt und Start der Wüstenwuselei erreicht.  Jedenfalls musste die Betankung sorgfältig geplant werden. Für die nächsten Tage wird das etwas sorgloser. Wir schwappern uns die Kanister voll und dann gehts in die Einsamkeit der Wüste. Dann wird bei Arrakis auch nicht mehr gefragt, wo denn das vordere Nummernschild geblieben ist. Oder hinten die Scheiben an dem Beulenhaufen.  Festzuhalten wäre noch, dass zwar die Tempomessungen zahlreich waren. Aber wir fahren ja grundsätzlich nicht auf Zeit und den Einheimischen nicht über die Füße. Wie geschrieben, führen schon wenige km/h drüber zum Rauswinken.  Bei der Monotonie mancher Abschnitte ist das eben "schnell" mal passiert. Ihr wisst, was wir meinen: Wir sind Genießer. Und keine Raser. Nur, dass es da keine MIssverständnisse gibt. Die meisten Teams wären hier in Dakhla sowieso erst einmal wieder eingefangen. Und dann gehts in Gruppe weiter. Ohne Leitplanken, ohne Asphalt. Und dann gelten im Sand auch ganz andere Regeln. Mit denen werden wir uns später noch befassen. (Die Einsandungen sind ja deutliches Signal, dass da noch Hinweise nötig sind.) Und morgen am Ruhetag stehen auch noch Vorbereitungen an den Wagen an. Umpacken unter Berücksichtung optimaler Gewichtsverteilung. Sandbleche in Dakhla anschrauben lassen. Und vielleicht Inhalte aus den Infoveranstaltungen nochmal durchgehen, wenn es um Lasten auf dem Dach geht. Das werden wir mit Bedacht durchsortieren, damit das Equipment nicht schon vor dem Auto ankommt oder gar Kanister oder Ersatzreifen nach hinten segeln. Auf jeden Fall werden wir uns gut wappnen.  Die Dakhlaer Dachgepäcklader umstimmen, in der Werkstattstraße mc-gyvern, Wasser laden, ordentlich basteln und noch mehr. Der Dicke und der Belgier haben dabei trotz Frühankommen noch keine Vorsprung. Da wurde doch noch etwas angstellt: Und zwar innerhalb der Mission, möglichst viele verschiedene Mobile Einheimischer zu bewegen. Eselskarren ist noch nicht abgehakt. Aber ein Moped war jetzt mit dabei.
In diesem Sinne: Immer Vorsicht mit dem Gaspedal. Wir machen morgen trotz des vollen Terminplans hoffentlich nicht zuvuel Hektik und werden in afrikanischer Gelassenheit um 10 erst einmal zum Briefing stapfen. (Bei Euch wär das dann um 11.) 

Foto-Galerie

Video-Tagebuch



Kommentare: 6

Kommentar von Schreibär // 19.02.2013

@Eddy Kühn: danke! :)

So ... ist gleich morgens. Ich muss ins Bett und gleich zum Briefing. Hoffe, auf den kommenden Etappen kriegen wir auch mal alle ins Bild und in Szene gesetzt, die auf Um- und Abwegen Richtung Wüste gondeln. In Kürze gehts ja vereint durch den Sand.

Kommentar von Kirstin Seidel // 19.02.2013

Hallo Team Ölbrenner, man liest nichts von Dir - ich schätze keine Nachrichten sind gute Nachrichten...Viel Spass weiterhin, ich wäre so gerne dabei! Liebe Grüsse von Deiner Fastmitfahrerin Kiki (Rennschnecke65)

Kommentar von Günther // 19.02.2013

Geile Choreographie Blaubärtrio! Kompliment auch an den Schreibbären, liest sich spannend...NK nicht vergessen und Grüße an die ganze Bande!

Kommentar von taddel _ // 19.02.2013

ja genau! das waer was: wenn der schreibaer aus dem erlebten ein Buch machen wuerde! ich wuerds kaufen!

Kommentar von Tino Reinhold // 19.02.2013

Ein großes Hallo aus Dakhla, von Tino in die heimische Welt. Unserem Auto geht es wieder gut. Heute noch einmal nach dem Wasserstand geschaut und einen halben Liter aufgefüllt. Das sollte es aber für die nächsten Kilometer gewesen sein. Ganz besonders freue ich mich von Bärbel und von Peter (S.) zu lesen. Vielleicht klappt ja wieder mal ein treffen, würde mich freuen. Ansonsten viele Grüße an die daheim geblieben Familien Von Tino & Torsten

Kommentar von Frank aus Ehbg // 19.02.2013

an Team Kreische -Hallo Torsten -ich hätte auch noch paar Ersatzteile von meinen alten Golf rumliegen -aber Wasserpuppe is keine dabei -also haltet die Ohren steif - Tschüss Frank

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