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Rallyetagebuch - Tag 3: Etappe 2 Mulhouse - Nîmes

 

 

Es folgt nun die Lottovorhersage für die nächste Samstagsziehung. 2, 10, ... - ach, nein - doch nicht. Lottospiel bekommen wir schon in der Wetterküche angerichtet. Egal, was man vermutet, es kommt doch ganz anders. Und damit nun zum Wetterbericht: Der Tag startete mit dem Eiskratzer in der Hand in Mulhouse. Und fand nach Fahrtantritt eine coole Fortsetzung. An schneebedeckten Gipfeln vorbeiziehend wurde die Wärmesehnsucht von uns Sonnensuchern immer größer. Kleinen Lichtblicken zwischendurch folgten heftige Schneeschauer und Böen, die am Lenkrad zerrten. Es wackelte an Bussen, es rackelte an Dachgepäckträgern. Aber wir hatten und haben alles unter Kontrolle.

 

 

 

Ein Flüsschen haben wir auf den 650 Tageskilometern gleich mehrmals überquert - le Rhône (mit ordnungsgemäßem Zippel auf dem O). Beim dritten Anblick der schlammbraunen, wallenden Fluten und der immergleichen Brücken kam schon fast der Eindruck auf, im Kreis zu fahren. Aber unsere Rundfahrt führte doch ans Etappenziel. Dafür Daumen nach oben ...

 

 

Daumen hoch

 

 

Angesichts vieler eigener Routen auf unterschiedlichen Wegen. Denen eines gemein ist: Reichlich Autobahnkilometer wurden abgespult. Dabei haben wir uns eifrig gegenseitig fotografiert. Gehört dazu. Noch vor dem ersten Sandkontakt einfach schon hunderte Asphaltbilder auf den SD-Karten. Und so eine Rallye muss ja eben auch in Bewegung gezeigt werden - etwa das Franken-Schleicher-Taxi, das uns vor die Linse fuhr. 

 


Taxi, Taxi

 

Nobbi und Bine sind nicht länger abtrünnig, sondern zurück von Schweizer Pfaden. Testeten unterwegs schon die Reservekanister. In der Wüsten brauchen wir die wegen des lückenhaften Tankstellennetzes. In diesem Fall gefiel ihnen der Spritpreis bei den Eidgenossen nicht.

 

 

Kanistertwister

 

 


Konrad und Marie haben ein echtes Käsebild beizutragen. Unsere Wüstensterne waren nämlich beispielsweise auf einem Markt in Lyon.

 

 

So ein Käse

 

 

 

441

 

 

Das Team "Der Dicke und der Belgier" rollt nach Stopp in - natürlich .... Belgien - nun vollzählig. Wie wir dem Bericht der Wüstenhunde aus Bordeaux entnehmen konnten, düsten Sven und Randolf nach kleinem französischen Zwischenfall mit einem Stein nunmehr mit provisorischer Scheibe Richtung Spanien. Da gibts mit den Unaussprechlichen vielleicht bald Tipps und Tricks zu tauschen. Oder die Scheibe. Im besten Fall geht's unter afrikanischer Sonne vielleicht ganz ohne. Die 2 Michaels und Markus von den Escalators waren noch früher in Bordeaux und haben auch Lissabon angefahren. Vor allem berichten sie aber von beneidenswerten Temperaturen. Und Peter und Uwe vom Men-on-a-Mission-Team bevorzugen eigene Wege und schwärmen von spanischer Sonne. Wir eilen gerne hinterher. Zunächst an dieser Stelle tragen wir erst einmal etwas nach. Von den Unausprechlichen. Woran es nun mit der Scheibe hakt. Und Detailwissen übers Abschleppen. Tschantalle Plus - so heißt der ebenso unausprechliche künftige Dünenflitzer der beiden - war tatsächlich wie gestern berichtet an der langen (Schlepp-)Leine. Und dem ging allerhand voraus: Schon bei Frankfurt hatte das Gefährt das erste Mal den Geist aufgegeben. Wurde vom Königsteam fremdgestartet und bis Mulhouse nicht mehr ausgemacht. Beim Tanken dann aber doch irgendwann. Im Baumarkt kaufte Königsteam-Stephan eine neue Batterie. Abgeschleppt wurde trotzdem. Diagnose zum Schluss: Schmuddelkontakte. Jetzt läuft es wohl wieder. Allerdings lässt sich die Scheibe der Fahrerseite nicht mehr kurbeln. Fällt dafür von allein.  

 

 

Hält

 

 

Und wurde mit Tape fixiert. Unschön an Mautstellen. Denn dort muss jetzt ausgestiegen werden. Mag okay sein, wenn jemand in einer Maut-Hütte hinterm Schiebefenster die Hand aufhällt. (Hat wenigestens einer ein funktionierendes Fenster. Und Verständnis, wenn es mit der Maut-Münze des Rallyefahrers etwas länger dauert.)

 

Maut

 

Unpraktisch an Automaten. Da ist es sowieso eine Überraschung, ob das Wechselgeld auf Truckerhöhe rausklimpert oder auf Knöcheltiefe. Oh - und ergibt sich im Hotel gerade eine weitere Wendung? Alles bleibt offen. Möglicherweise gar auch wieder die Scheibe. Denn beim bislang so hilfreichen Königsteam wurden Nothämmerchen verteilt. Was haben die vor? Antwort im Rahmen umfangreicher Recherche: Nothämmern. Und haben diese Dinger nicht auch oft einen Gurtschneider dran? Hätten wir heute bei einem Servicebus gebrauchen können. Wird interessant, rund um die schon erwähnten Maut-Obolusse (den zweiten Teil des Worts gibt es wirklich als Plural). Beim Versuch da also abgezählte Münzen im Wert von 32 Euro 80 im nicht mehr preiswerten LKW_Tarif einzuwerfen, hatte man sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und gezogen und gerupft. Die Metall-Aufhängung des Gurtes polterte von der B-Säule. Zwischenzeitlich wurde der Dreipunktgurt zur Bauchbinde. Jetzt ist alles wieder ans Blech getackert. Beim nächsten Vorfall dieser Art bliebe die Option, ein Gurt-Fragment zumindest der Optik wegen quer übers Shirt zu nähen.


Größere Sorgen macht ein Org-Bus. Probleme unter anderem mit dem Anlasser. Das ruft ja eigentlich fast schon wieder nach dem heldenhaften Königsteam. Aber da waren unser Schraubär-Profis schneller. Wir warten auf News. Und sind dabei wie immer optimistisch.

Es muss ja rollen ...

 

Und dafür tanken wir jetzt Kraft im Hotel. Und davor.

 

Hotel

 

In der Hotellobby werden schon Karten in Vorbereitung auf den morgigen Tag auseinandergefaltet; es wird studiert und diskutiert.

 

Im Hotel

 

Während mancher froh ist, einfach die Roadbookroute erfolgreich runterzurödeln und abends erschöpft vom Lenkrad gemeißelt werden muss, machen andere die große Europa-Tour. Ob Schweiz oder sonnenhungrige Spanien-Vorfahrer - all das haben wir nun schon erwähnt. Selbst Andorra wurde schon als individuelles Ziel ausgerufen. Liegt ja fast auf dem Weg der nächsten Etappe. Und für morgen kommen weitere Ziele hinzu. Da geht es da zum Beispiel um Routen mit dem großen Wunsch, beim spanischen Zwischenspiel ganz authentisch Paella zu speisen. Abseits der Strecke schmeckt es wohl auf eine ganz andere Weise. Alle anderen öffnen mittlerweile die letzten Muttibrote. Auch lecker Schnitzel nach eingetupperter Art wurden schon gesichtet. Oder wir begnügen sich mit französischer Raststätten-Haute-cuisine. Die - Obacht ob der Formulierung: - Auto-Couture .... - Ihr wisst schon, ja? Jaja? Von Haute Couture. ... Also die automobile Modewelt bereichern wir mit weiteren Farbtupfern. Es wird emsig nachgeklebt. Die Autos sind ja vom Regen frisch gewaschen. Da kommen Sponsorenaufkleber, die bis zum Start nicht mehr zeitig genug ans Blech kamen, ja gleich noch mal so gut zur Geltung. Staffel 15 rollt. Die Karawane zieht weiter. Und das kommt nicht nur Euch spanisch vor. Mit recht bunt geschmückten Festwagen macht sich unser eigener Rosenmontagszug auf die Schlappen nach Valencia. Wir freuen uns auf grandiose 750 Kilometer und ein weiteres Land. Viva España! Olé! Und bis dahin heißt es noch: Bonne nuit!

Ach und: Da hier morgens um 1 immer noch gesungen wird und Verbrüderung gefeiert wird, schließen wir auch mit dem eingangs schon genutzten " Santé!"

 

Sante 

 

Foto-Galerie

Video-Tagebuch



Kommentare: 9

Kommentar von Doro // 11.02.2013

Nach einem Pflichtfoto unterm Eifelturm gestern Abend, hat das Team der Dicke und der Belgier heute Morgen am spanischen Ozeanstrand gefrühstückt.

Kommentar von Doro // 11.02.2013

also am Mittelmeer ;)

Kommentar von Markus // 11.02.2013

Hallo von The Escalators,
wir sind nach einer 750km Etappte mittlerweile am Campingplatz La Casita angekommen und unser Zelt ist aufgebaut. Mal schaun wann der Rest eintrudelt

Kommentar von # 95,82,72,01 // 11.02.2013

Viele Grüße und viel Glück der ganzen Rallye aus Meissen und Umgebung . Unser besonderes Augenmerk liegt beim Blaubärtrio mit unserm ehemaligen Kart-Team-Axmann-Werkstattwagen.

Kommentar von Team Men-on-a-Mission // 11.02.2013

Hallo vom Team Men-on-a-Mission
Haben abermals eine Schippe draufgelegt und werden uns zur Nachtruhe in Almerias einfinden. Morgen ist es dann nur noch ein Katzensprung bis nach Algeciras. Mal sehen ob die Affen noch auf den Felsen in Gibraltar sitzen.
Gruß Peter und Uwe

Kommentar von maja // 11.02.2013

Für die wilden Wüstenhunde

hallo papi,
ich vermisse dich und das auto.
kannst du nicht mit hertie und dem auto von gambia wieder heimfahren?
fliegen kann doch jeder!!!!!!!!!!!!!
außerdem haben wir französisch woche in der schule.
ich kann schon französisch.
lilli hat heute gekocht, falls wir das überleben sollten, freue ich mich dich wieder zu sehen.tausend küsse von deinen mädels und murphy, opa und, und......
bis bald deine maja

Ich wünsche allen teams viel glück und spaß.
Haltet durch Maja!!!!!

Kommentar von Dune Turtle 1/2 // 11.02.2013

Dune Turtle 1 und 2 haben es bis nach Andorra geschafft! Dort leider keine weiteren Teams gesehn. Es lagen 2,5m Schnee bei starkem Schneefall. Wir sind aber ohne größere Zwischenfälle durch gekommen!

Kommentar von Team wob // 11.02.2013

Team wolfsburg ist gestern von der Burg Beynac (nur zu empfehlen - traumhaft) in die Nähe von Bilbao gekommen. Haben drei andere Teams auf dem weg getroffen (schönen Gruß an alle). Heute sind wir mit persönlichem rekorddurchschnitt von 6,1 Liter bei zügiger Fahrweise =) und ohne technische Probleme bis nach Granada gereist. Bei 0 grad gestartet, ist das termometer zeitweise auf über 10 grad geklettert um in Granada leider wieder auf 8 grad zu sinken. Morgen früh steht die alhambra an um uns nachmittags auf den weg nach Algeciras zu machen. Allen eine gute reise und viele Grüße.

Kommentar von maskiert // 12.02.2013

Schönes Teamfoto von den beiden Teams xxx xxxxxxxxxxxx und xxxxxx xx xxxxxxxxxxxx :-)

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