// zurück zur Übersicht

15.Etappe: Nouakchott - Saint Louis

Kurz hinter Nouakchott begann unser Martyrium. Zweihundert Kilometer mauretanisches Schlaglochbingo mit Schlaglöchern so groß und tief - der VW Lupo verschwand mehrmals in einem und war kurze Zeit verschwunden (erzählt man sich).

Passagen mit mehr Schlaglöchern als Asphalt wurden abgewechselt von baubedingten Umleitungen komplett ohne Asphalt.

 

Irgendwo zwischen all den Schlaglöchern bekam der Ford Maverick (Team „Maultaschenexpress“) Leistungsprobleme. Er zog nicht mehr richtig und kam nur noch mit Tempo Fünfzig vorwärts.

Die Suche nach der Ursache war leider vergebens. Die Säuberung des Dieselfilters brachte nicht die erhoffte Verbesserung.

Aus Zeitgründen wurde die weitere Ursachenforschung auf die Mittagspause verschoben.

 

Zwischenzeitlich hatte es den Opel Omega von Team „Q2B“ so richtig übel erwischt. Totaler Ölverlust.

Die Ölwanne hatte Risse bekommen. Vermutlich durch Reibung des Unterbodenschutzes an der Ölwanne, denn ein Aufschlagen auf Steine oder ein Schlagloch war dem nicht voran gegangen.

 

Es wurde beschlossen den Opel Omega bis nach Saint Louis zu schleppen.

Zu diesem Zweck musste die Kardanwelle vom Differenzial getrennt werden, weil sonst das Getriebe von der Kardanwelle angetrieben werden würde. So präpariert fuhr der Opel als Wimpel am Org.bus von Torsten bis nach Saint Louis und hopste von Schlagloch zu Schlagloch.

 

Irgendwann ließen wir die Schlaglöcher hinter uns - erst einmal.

 

Bei der Mittagspause nahmen sich die Schrauber dann den Maverick vor.

Es wurde der Kraftstofffilter ausgewechselt. Der Kraftstoffschlauch wurde durchgeblasen. Nichts half.

Die Mittagspausenzeit war schon lange vornüber, da beschloss man die Suche nach dem Fehler zu vertagen.

 

Der Damm durch den Diawling Nationalpark stellte die nächste große Herausforderung (und Fortsetzung unseres Martyriums) für den Rallyetross dar.

Ein ziemlich dreckige und holprige Angelegenheit. Aber wenn man Glück hat sieht man Tiere, die einem nicht jeden Tag über den Weg laufen oder fliegen. Meistens jedoch sieht man nur den aufgewirbelten Staub des vor einem Fahrenden.

Heute kam noch Pech dazu, denn nach kurzer Zeit sah man die Sonne untergehen und dann sah man nichts mehr.

 

Vor allem für Team „Q2B“ wurde es lustig, denn als Wimpel über den Damm zu holpern ist wahrlich kein Zuckerschlecken.

Insbesondere als die Dunkelheit uns erwischte.

Den Opel erwischte die Dunkelheit im doppelten Sinn. Erst fiel die Tachobeleuchtung aus und dann wurde es komplett finster. Scheinwerfer, Fensterheber und sämtliche sonstige Batteriebetriebenen Bauteile - nichts ging mehr.

 

Im Dunklen suchten sich die Rallyefahrer ihren Weg über den Damm. Rücklichter und im Scheinwerferlicht die Unebenheiten, Querrillen und Löcher der Piste - das einzig sichtbare.

 

Es kam wie es kommen musste. Die „Silberknaller“ knallten einmal zu oft in ein Schlagloch. Die hinteren Stoßdämpfer versagten. Einer fiel komplett aus, der andere hängt noch am sprichwörtlich seidigen Faden.

 

Die Aus- und Einreise ging dank der guten Vorarbeit von Mustapha (aus Gambia extra angereist) relativ zügig vonstatten. Vor allem für die letzten an der Grenze ankommenden Fahrzeuge.

 

Hier bekam der Opel eine neue Batterie eingebaut und hatte wieder Licht für die restlichen Kilometer.

 

Im Hotel in Saint Louis kamen wir nach diesem anstrengenden Tag extrem spät an.

 

Für die Schrauber am „Q2B“-Opel - Rafael und Kevin - sollte es noch eine lange Nacht werde.

Der Ausbau der Ölwanne (bei diesem Autotyp recht aufwendig) und das Kleben dauerte bis weit nach vier Uhr.

Foto-Galerie

Video-Tagebuch



Kommentare: 0
Einen Kommentar schreiben
 
Was ist die Summe aus 7 und 8?