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Projekte

Der erste Teil der Rallye - die Fahrt von wo auch immer in Deutschland (oder Luxembourg oder der Schweiz) nach Gambia - liegt hinter uns.

 


Wir hatten jede Menge (Fahr-)Spaß und haben Land und Leute der durchreisten Länder kennengelernt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt wird es Zeit den zweiten Aspekt der Rallye kennenzulernen.

 

Mit dem Erlös unserer Autos werden von der DBO verschiedene Projekte unterstützt. In den letzten Tagen hatten wir Gelegenheit einige dieser Projekte zu besichtigen.


 


 

Am Samstag waren wir in Gunjur und haben uns das "Kundembo"-Projekt angesehen. Hierbei handelt es sich um eine Healthpost (Krankenstation) und ein Aufklärungszentrum.

 

Sol, dem Leiter des Projekts, liegen vor allem die Aufklärung Jugendlicher und Erwachsener über Sexualität, Gesundheit, Hygiene, Verhütung (Schwangerschaft, Krankheiten), Pupertät, Impfungen und Beschneidung sehr am Herzen. Über diese intimen Themen wird in den Schulen oder auch zu Hause kaum oder gar nicht gesprochen.

Das Interesse an diesem Thema ist jedoch sehr groß, so das schon der erste Kurs in Brikama ein voller Erfolg war.

Sol geht in Dörfer und Schulen um für sein Projekt zu werben und in seine Kurse einzuladen.

 

Da Sol selber Gambier ist wird er ernst genommen und kann diese sensiblen Themen weiter vermitteln.

 

Manchmal veranstaltet er auch Fußballspiele da dieses Medium viele Menschen zusammenbringt. Im Anschluss nutzt er die Gunst der Stunde für seine Aufklärungsarbeit.

 

Seit über einem Jahr gibt es hier auch eine Näherei, in der Frauen (sofern sie es nicht schon können) den Umgang mit den Nähmaschinen lernen. Die bunten Produkte können sie dann verkaufen.

 

Die Rallyeteilnehmer bewunderten die vielen verschiedenen, teils antiquarischen Nähmaschinen.

 

Ursprünglich plante Sol eigentlich nur ein Aufklärungs- und Skillcenter. Dann kamen viele Bewohner der umliegenden Dörfer in der Annahme es handle sich um eine Krankenstation. So entstand der Plan eine solche zu integrieren.

 

Die Krankenstation hat in den vergangenen Jahren schon Tausenden Patienten geholfen. Bei ernsteren Krankheiten besteht die Möglichkeit die Patienten mit dem Krankenwagen (gespendet vom Königsbrunn e.V.) in ein Krankenhaus zu bringen.

 

Es werden immer wieder verschiedene medizinische Gerätschaften von Rallyeteilnehmern mitgebracht, sowie Medikamente und andere medizinische Hilfsmittel.


 


 

Im Anschluss haben wir die Kobisalaschule in Sanyang besucht. Die Kinder waren extra - Samstag ist eigentlich Schulfrei - gekommen um uns ihre Schule zu zeigen.

 

Es wurde für uns gesungen und getanzt. Ein paar Rallyepiloten ließen sich sogar mitreißen selbst das Tanzbein (und die Hüfte) zu schwingen.

Und selbstverständlich gab es Geschenke für die Kinder.

 

Die Kobisalaschule (Nurseryschool/Vorschule) ist eines der ersten von der Rallye bzw. der DBO gesponserten Schulprojekte.

Zur Zeit macht Buba der Schulleiter eine Weiterbildung die ihn dazu befähigt auch eine Secundaryschool (reguläre Schule) zu führen. Außerdem arbeitet er auch noch in einer staatlichen Schule.

 

Angefangen hat die Schule mit einem Klassenraum. Inzwischen sind es zehn.

 

In Gambia besteht eine Schulpflicht , aber die Vorschulen (Nurseryschool), in denen die Kinder u.a. Englisch lernen, werden vom Staat nicht finanziert. Die englische Sprache ist jedoch Grundvoraussetzung um in den regulären Schulen dem Unterrichtsstoff überhaupt folgen zu können. Zu Hause wird meist Mandinka gesprochen, so das die meisten Kinder sich nicht auf englisch verständigen können.


 


 

Eine weitere Schule haben wir am Montag besucht.

Die Interior Academy wurde ursprünglich als Nurseryschool für die Kinder der exekutiven Behörden (Polizei etc.) gegründet. Aber auch hier werden bereits Schüler der Primary unterrichtet.

Und die Schule ist natürlich für alle Kinder offen (Kinder der Polizei etc. bezahlen ein geringeres Schulgeld).

 

Das besondere an dieser Schule ist die Integration behinderter Kinder. Ziel ist es das die Kinder den respektvollen Umgang miteinander lernen.

 

Birgit Rose, die Schulleiterin erläuterte uns die Vorgehensweise bei der Integration. Für die behinderten Kinder ist die Schule ein Segen, denn sie bekommen das erste Mal das Gefühl, nicht allein auf der Welt zu sein und ernst genommen zu werden. Denn in Gambia schämen sich viele Leute für ihre behinderten Kinder.

 

Derzeit entsteht ein neues zweistöckiges Gebäude in der dann vier Klassenräume für die fünfte Klasse entstehen. Ziel ist es, das die Schule irgendwann einmal alle Klassen der schulischen Laufbahn beherbergt.

 

In den nächsten Tagen wird, nach einer ausgiebigen Inspektion in der DBO-LKW-Werkstatt, der Renault Master von Team "Luxembourg goes Gambia" als neuer Schulbus übergeben.

 

Nach dem Besuch der Interior Academy (sie heißt auch "Charlie" nach ihrem Maskottchen einem Krokodil) haben wir noch die Lehrwerkstätten besucht.


 


 

Zuerst gab es nur eine LKW-Werkstatt. Mittlerweile ist eine Schreinerei dazu gekommen, in der Lehrlinge ausgebildet werden. Und natürlich gibt es noch das DBO-Restaurant in dem das gastronomische Handwerk erlernt werden kann.

 

Neu dazu gekommen ist eine Bäckerei (Außenstelle Bäckerei Peter) die heute offiziell eröffnet wurde.

Inoffiziell ist sie schon ein paar Tage geöffnet und hat schon viele Fans (zum Beispiel aus der englischen Community im Großraum Sukuta).

Die anwesenden Rallyeteilnehmer konnten sich von der Qualität des Kuchens überzeugen. Der Renner ist zur Zeit der Banana-Cake, eine Neukreation.

 

In der Schreinerei hat letztes Jahr ein neuer Lehrausbilder begonnen, Bran NGum. Der Gambier hat die letzten 20 Jahre in Deutschland gelebt. Er hat dort Schreiner gelernt und ein Studium der Holztechnologie absolviert.

Jetzt hat ihn das Heimweh und der Wunsch seinem Land zu helfen zurück nach Gambia gebracht.

Für die DBO ein Glücksfall, denn der vorherige Ausbilder geht in Rente. Außerdem kommt ein Gambier natürlich besser mit der Mentalität seiner Landsleute zurecht.

 

Es werden noch weitere Projekte von der DBO geführt bzw. unterstützt . Unter anderem die erste Armenspeisung in Gambia, der Womensgarden in Sukuta oder ein Müllprojekt.

 

Neben den Lehrwerkstätten werden für das Müllprojekt die Container (in Einzelteilen aus China importiert) zusammengeschweißt. Die Container wurden speziell für Mülltrennung konzipiert. Der Bio-Müll kann, nachdem er kompostiert worden ist bei verschiedenen Gartenprojekten eingesetzt werden.

Es existiert ein LKW für den Transport der Container zur Deponie. Mehr Equipment für das Müllprojekt soll mit finanzieller Hilfe des NAK-karitativ e.V. der neuapostolischen Kirche angeschafft werden.

 

Wahrscheinlich haben alle Rallyeteilnehmer mitbekommen das gerade Müll ein großes Problem in vielen afrikanischen Ländern ist und großer Handlungsbedarf besteht.

 

Mehr zu den verschiedenen Projekten unter http://www.dbo-online.com (speziell für das Müllprojekt:https://www.betterplace.org/de/projects/37478 ).

Nicht zu vergessen die vielen kleinen Hilfs-Projekte die einzelne Teams ganz privat durchführen.

Das "Team Buddelkiste" hat zwei Computer (ein Linux-Rechner und ein Windows-Rechner) an eine Computer-Schule in Sanyang übergeben. Und während ich diese Zeilen schreibe führen sie eine Computerschulung durch. Die "Sternbuben" helfen bei der Reparatur eines Taxis (Mercedes). Und Team "Steppenwolf" übergab einen Scheck an die DBO.

 

Nachdem wir eine Woche lang mit offenen Augen durch einen kleinen Teil von Gambia, von Afrika "gelaufen" sind, wissen wir das unsere Hilfe wirklich nötig ist.

 

Bei den Projektbesichtigungen konnten wir uns vergewissern das unsere Hilfe auch ankommt.

 

Natürlich können wir nicht allen helfen. Aber irgendwo muss man anfangen und das haben wir getan.

 

Wir haben die Welt nicht gerettet (können wir auch nicht). Wir haben aber vielleicht einen winzigen Teil dazu beigetragen die Welt etwas zu verbessern.

 

Zum Schluss noch einen riesigen Dank an alle Rallyepiloten der 23igsten Rallye Dresden-Dakar-Banjul (Danke auch an alle ehemaligen Rallyeteilnehmer für die fleißige Anteilnahme und schon mal prophylaktisch an alle zukünftigen Rallyeteilnehmer). Ohne Euch wäre diese Rallye nicht das was sie war, ist und hoffentlich weiter sein wird.

 

Danke auch an all die Helfer der Rallye Dresden-Dakar-Banjul. Unter anderen Daniel (Marokko), Saleck (Mauretanien), Mustafa (Senegal Grenze und Gambia), Aaron und Heinz (beide DBO).

 

Und zum Schluss - ich bin mal so frei - und sage im Namen aller Rallyeteilnehmer "Danke an Torsten, Holli und Falk".

 

Persönlich sage ich Danke an alle Rallyetagebuchleser. Bis zum nächsten mal.

Foto-Galerie

Video-Tagebuch



Kommentare: 5

Kommentar von Caro (Team Kirschebikes) // 30.03.2017

Vielen Dank Peggy für deine wundervollen Tagesberichte der Rallye!
Viele Grüße von Team Kirschebikes

Kommentar von Werner Müller // 30.03.2017

Schliesse mich an. Allen Respekt sich noch die Zeit zu nehmen nach einem anstrengenden Tag noch die Berichte zu schreiben.

Kommentar von Kalle Fink // 30.03.2017

Wir haben die ganzen Tage die Ralley verfolgt. Ihr seid spitze, und einen besonderen Dank an Peggy, der fleißigen Schreiberin. Wir freuen uns auf unsere Mosaiksteinchen. Kalle und Marion Fink aus Dresden

Kommentar von Sven // 31.03.2017

Vielen Dank für die wieder tolle Berichterstattung an Peggy. Wenn man schon mal selber mit gefahren ist, kann man es immer wieder nachvollziehen und man fährt im Stillen wieder mit. Sven (35i Dessau 11-2014)

Kommentar von Chris Team601 (03/2015) // 02.04.2017

Danke Peggy!
Es ist jedes mal so großes Kino deine Zeilen und eure Bilder zu lesen und anzusehen.
Auch von mir ganz großen Dank an alle, die sich so intensiv um all die Hilfsprojekte kümmern, speziell an die DBO, die in Gambia die Fäden zusammen hält!
Super Arbeit!

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